Ein Denkmal im Hochgebirge

Altes Bild der Neuen Regensburger Hütte, DAV Sektion Regensburg
Jeder, der schon einmal auf der Neuen Regensburger Hütte war, weiß: Sie ist ein echtes Prachtstück. Der Blick von der auf 2.286 Metern gelegenen Alpenvereinshütte auf das vordere Stubaital, auf die Serles (2.718 Meter) und auf den Habicht (3.277 Meter) im Südosten sowie das Hohe Moos und das Hochmoor im Nordwesten ist unvergesslich. Doch auch der Blick in die Hütte lohnt sich: Die Stuben und die elf Zimmer der ursprünglich 1930/31 erbauten Hütte sind urig und gemütlich und weitgehend im Originalzustand.

Neue Regensburger Hütte unter Denkmalschutz

Das hat 2013 auch das österreichische Bundesdenkmalamt in Wien erkannt. In der Begründung steht: „Nach damals neuen Richtlinien des Hüttenbaus errichtet, besticht die Hütte heute durch ihren weitgehend originalen Bauzustand, die ausgewogenen Proportionen und den authentischen Charakter der einzelnen Kammern und Aufenthaltsräume. So vermischen sich örtliche Bautraditionen und zeittypisches sowie alpenländisches Formengut in harmonischer Weise. Hervorzuheben, dass das wandfeste Mobiliar jedenfalls dazu beiträgt, dass die Hütte heute zu den wenigen unverfälscht erhaltenen Beispielen einer Schutzhütte der Zwischenkriegszeit zählt.“

Mobiliar original aus den 1930ern

Unter Schutz gestellt wurde das Hauptgebäude samt Mobiliar. In der großen Gaststube stammt beispielsweise das Wandgetäfel, die einfache Balkendecke und das wandfeste Mobiliar aus der Erbauungszeit; in den meisten Zimmern sind die Stockbetten, die hölzernen Klapptische und die Riemenverkleidungen an Wänden und Decken fast 90 Jahre alt. Das Nebengebäude und die Materialseilbahn unterliegen nicht dem Denkmalschutz. Die „Alte“, 1888 erbaute Regensburger Hütte steht übrigens im Südtiroler Cislestal und fiel 1922, im Zuge der italienischen Annexion Südtirols, an die Sektion Florenz. Im Frühjahr 1930 begannen die Regensburger mit dem Bau einer „Ersatzhütte“ im Falbesoner Tal in den Stubaier Bergen. Die Pläne zeichnete der Innsbrucker Othmar Sehring.

Alte zentrale Treppe
Alte zentrale Treppe
Große Stube
Große Stube

Was bedeutet der Denkmalschutz für den Umbau?

Nun geht die Geschichte der Neuen Regensburger Hütte einen großen Schritt weiter. Ab Sommer 2018 wird sie saniert und durch einen hölzernen Zubau ergänzt. Bei der Planung der Sanierung der denkmalgeschützten Hütte gelang es dem Architekten Rainer Köberl durch nur geringe bauliche Veränderungen, die Gasträume und Küche plus Lagerräume neu zu arrangieren und optimal zu verbinden. Die Zimmerlager samt Mobiliar, die alte Treppe und die alten Stuben aus den 1930ern bleiben erhalten.

Die erfreuliche Nachricht: Die Neue Regensburger Hütte wird in ihrer Erscheinung und Substanz auch nach dem Umbau weitgehend erhalten bleiben.

Im nächsten Blog:

Warum sind die Sanierung und der Zubau notwendig? Wie genau sieht der Zeitplan aus und was bedeutet es für die Gäste im Sommer 2018?