Ein Hubschrauberpilot im Gebirgseinsatz

Ohne Walter Seifert und die Firma Wucher wäre der An- und Umbau unserer Neuen Regensburger Hütte in luftigen 2.286 Metern Höhe nicht denkbar. Der Hubschrauberpilot ist seit mehr als 30 Jahren im Einsatz und transportiert Baumaterial vom Tal auf den Berg. Für uns plaudert er ein wenig aus dem Nähkästchen.

So Walter, hallo, schön dass Du wieder da bist! Heute ist wieder ein Tag, an dem wir viel Material zu liefern und zum Abtransport haben. Was sagst Du heute zum Wetter? Geht es gut zu Fliegen oder war es anstrengend?
Walter Seifert: Das Wetter ist perfekt. Man könnte es sich nicht besser wünschen – vielleicht eine Spur kühler, aber perfekt eigentlich.

Wind haben wir heute auch keinen. Ist das sonst ein Problem?
WS: Ja, Wind kann schon zum Problem werden. Wind kann unterstützen und Wind kann behindern. Heute ist es ideal – leichter Wind, das ist super!

Kannst Du ungefähr sagen wieviel Tonnen oder Kilo Material Du heute raufgeflogen hast und wieviel runter?
WS: Heute waren das so circa 15 Tonnen.

Und da bist Du jetzt wie oft geflogen?
WS: 11 Mal.

Wie lange machst Du das schon, Walter? Du schaust sehr routiniert aus.
WS: Ich habe 1987 den Hubschrauberpilotenschein in Amerika gemacht und seit 1989 fliege ich bei der Firma Wucher.

Wenn man Lasten unten dranhängen hat. Wie weit hängen die weg, wie lang ist das Seil?
WS: Das Auslastseil ist ganz verschieden lang. Das kann bis zu 150 Meter lang sein. Im Normalfall ist es 20 bis 30 Meter lang.

Und das kann man gut einschätzen von der kleinen Aussichtskanzel aus, die Du hast?
WS: Das ist Übungssache. Wenn man es oft genug macht, kriegt man ein Gefühl dafür.

Einen Hüttenneubau auf den Berg zu bringen ist vergleichsweise selten. Wie geht ihr damit um?
WS: So selten ist das gar nicht. Ich habe den Eindruck, diese Umbauten werden immer mehr – ob es jetzt Abwasseranlagen sind oder eben Neubauten. Kommt immer wieder mal vor.

Was liefert ihr sonst noch auf die Berge?
WS: Alles Mögliche. Von Beton über Stahlteile, Seilbahnen, Lifte, Stützen… Wirklich quer durch die Bank.

Was war bisher das spektakulärste, das Du liefern musstest oder gab es mal eine gefährliche Situation?
WS: So heikle Sachen sind immer Mastmontagen, ob das jetzt Elektromasten oder Seilbahnstützen sind. Wenn man die aufeinanderstocken muss, das ist sehr herausfordernd. Man muss präzise fliegen und es sind immer Leute involviert.

Fliegst Du immer noch gern oder gibt es auch mal Tage, an denen Du sagst:  „Jetzt reicht es.“?
WS: Nein, also ich fliege immer noch gern. Speziell Transporte. Rettungsfliegen ist was anderes, das ist eine andere Belastung. Aber ja, ich fliege wirklich noch sehr gern.

Das ist eine Ganzjahresbeschäftigung für Dich?
WS: Ja, absolut. Im Winter eher Rettungsfliegen und der Winter ist vielleicht eine etwas ruhigere Zeit. Aber es geht das ganze Jahr durch.

Dann danke ich Dir für das Gespräch, Walter. Wir haben ein paar interessante Details erfahren, die viele nicht wissen. Und wir hoffen, dass Du uns demnächst wieder besuchst.
WS: Ich würde mich auch freuen. Dankeschön und gutes Gelingen für die Hütte!