So wird die neue „Neue“ aussehen

Die Neue Regensburger Hütte wird grundlegend modernisiert, ohne dass das so einzigartige Landschaftsbild stark verändert wird. Doch zunächst einmal: Warum eigentlich „Neue“ Regensburger Hütte?

Begeistert von Falbeson

Die erste Regensburger Hochgebirgshütte wurde nach dem Ersten Weltkrieg vom italienischen Staat beschlagnahmt: Sie lag und liegt noch immer im Grödner Tal, wurde nach dem Krieg von der Sektion Florenz des italienischen Alpenvereins verwaltet und ist jetzt im Eigentum des Landes Südtirol. Die Sehnsucht nach einer eigenen Hochgebirgshütte bei den Bergsteigern der Sektion Regensburg war damals groß. Und so besichtigte der damalige Vorstand Ludwig Hanisch im Frühjahr 1929 das Gebiet um den Falbeson-Bach.

Die erste Ortsbesichtigung begeisterte ihn und die mitreisenden Sektionsmitglieder so sehr, dass sofort Vertragsverhandlungen zum Grunderwerb aufgenommen wurden. Schon 1931 stand die Neue Regensburger Hütte. Die Notunterkunft, die den Handwerkern aller Gewerke übergangsweise Schlafplätze bot, stand fast 90 Jahre.

Aus der Stube wird die Küche

Die alte Bauhütte, die 25 Plätze bot, wurde bereits vergangenen Herbst von Martina und Herbert Ofer abgerissen. An deren Stelle soll künftig die Bergstation der Materialseilbahn Platz finden – das schafft deutlich kürzere Wege zur Hütte und insbesondere zur Küche, die in die große Stube (Eckl-Stube) verlegt und um einen modernen Anbau für Lager und Kühlraum erweitert wird.

„Dies gewährleistet einerseits kurze Anknüpfungen an Terrasse, Anlieferung, Lagerräume, Personalaufenthalt und Pächterwohnung“, so der Architekt Rainer Köberl. „Andererseits werden dadurch zwei Räume im ursprünglichen Haus aus dem Jahre 1931 „frei“ für zwei kleine, zirbenholzgetäfelte Stuben – die „Ruderhofstube“ und das „Moosstüberl“.“ Diese etwas kleinteiligeren Stuben statt der großen Stube stärken den ursprünglichen Charakter der Hütte noch mehr. Der ursprüngliche Aufenthaltsraum der Hütte bleibt unverändert erhalten. Er steht außerdem unter Denkmalschutz.

Sanierung des Originals

In den Obergeschossen werden fast alle denkmalgeschützten Zimmer beibehalten, die alten Lager werden angepasst. Bei den Zimmern aus dem Anbau der 70-er Jahre werden die Sanitärräume neu gemacht. Im Untergeschoss wird ebenfalls saniert: Pächterwohnung und Trockenraum werden nach dem Umbau wie neu sein, auch Toiletten werden neue eingebaut.

Fotos: Atelier Köberl

Zubau mit Mehrwert

Ein wichtiges Detail bleibt, wie es ist: Der Eingang in die alte Hütte bleibt der Eingang in die neue Hütte. Und auch das alte Treppenhaus bleibt erhalten. Der schlanke, hölzerne Zubau ist über einen hölzernen Verbindungsgang von der alten Hütte aus erreichbar. „Er wird mit vorgefertigter Holzfassade konzipiert“, so der Innsbrucker Architekt.

Im Erdgeschoss sind die neuen Personalräume und ein Seminarraum untergebracht. In den beiden Stockwerken darüber liegen Schlafräume der Gäste, als 2- und 4-Bett-Zimmer. „Die Sanitärräume werden die wohl schönste Aussicht des Stubaitals haben“, freut sich Rainer Köberl. „Auf den Habicht und die Ochsenalm.“ Gegenüber werden – als Nebenprodukt der Notausgänge – kleine Loggien zum Verweilen mit Blick auf das Hohe Moos einladen.

In den nächsten Beiträgen

Wann kommen erste Bilder von der Baustelle? Wird das Wetter mitspielen? Wie viele Hubschrauberflüge werden nötig sein? Mit weiteren Beiträgen werden wir laufend über den Baufortschritt berichten.