Umbauen der Umwelt zuliebe

Viel langlebiges Holz wurde verbaut, die Kläranlage ist vollbiologisch und die Bauzeit wurde durch optimale Planung kurz gehalten – um ein paar Beispiele zu nennen, wie die Neue Regensburger Hütte und deren Umgebung von den Baumaßnahmen nachhaltig profitiert.

Die Neue Regensburger Hütte im Hochstubai liegt auf 2.286 Metern über der Gemeinde Neustift. In den vergangenen beiden Sommern wurde sie grundlegend modernisiert. Dabei wurde insbesondere darauf geachtet, dass durch die Baumaßnahmen die Natur im Umfeld der Hütte noch besser geschützt beziehungsweise noch weniger beeinflusst wird.

Vollbiologische Kläranlage

Die erste große umweltverträgliche Baumaßnahme fand bereits 2013 statt. Als Ersatz für die 3-Kammer-Kläranlage wurde eine vollbiologische Kläranlage nach dem BIOCOS-Belebtschlammverfahren gebaut.

Ersatzbau aus Holz

Beim Ersatzbau, der im Sommer 2018 errichtet wurde, hat man sich aus vielerlei Gründen für das Baumaterial Holz entschieden: Zum einen handelt es sich um einen nachwachsenden, nachhaltigen Rohstoff. Die Bauzeit konnte aufgrund des sehr hohen Vorfertigungsgrads kurz gehalten werden. Die Belastung durch Baulärm war so insbesondere für die Tierwelt im Umfeld der Hütte kürzer. Das geringere Gewicht gegenüber Beton bzw. Steinen führte außerdem zu weniger Helikopterflügen und auch geringeren Flugkosten. Die komplette Fassade wurde aus Holz gefertigt, auch die Fenster und Fensterläden sind aus witterungsbeständig und langlebigem Lärchenholz. Die Böden und Möbel sind aus Fichte gefertigt.

Weitere Maßnahmen zur Reduktion der Umweltbelastung

Bei den großen Baumaßnahmen im Sommer 2018 wurde zusätzlich einige Maßnahmen ergriffen, um die Belastung für die Umwelt zu reduzieren: Beispielsweise wurde die Bergstation unmittelbar zur Hütte gebaut. Damit entfällt der Gütertransport mit dem Traktor (Lärm-und Abgasreduzierung) und der Fahrweg von der Hütte zur ehemaligen Bergstation wird im kommenden Sommer zu normaler Wanderwegbreite rückgebaut werden. Auch die alte Bergstation soll im Sommer 2020 abgerissen werden. Auch kleine Veränderungen sparen Ressourcen: So sind im Sommer 2019 etwa wasserlose Urinale eingebaut worden. Der Strom wird zu 100 % aus Wasserkraft erzeugt. Das Klein-Wasserkraftwerk soll ebenfalls 2020 ertüchtigt werden.

Bei Abschluss aller Maßnahmen soll das DAV Umweltgütesiegel vom Bundesverband verliehen werden.

Nachhaltig, auch für die Wirtschaft

Bei den Baumaßnahmen hat man nicht nur darauf geachtet, ökologisch nachhaltig zu arbeiten, sondern auch auf Regionalität, also die heimische Wirtschaft einzubinden: In erster Linie wurde deshalb mit Firmen aus dem Stubaital und näherer Umgebung zusammengearbeitet.

Der Umbau ist insgesamt als eine den nachhaltigen Tourismus fördernde Maßnahme zu bezeichnen. Das Urlaubs- beziehungsweise Wanderziel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug, Bus und zu Fuß) gut erreichbar. Die Lebensmittel stammen zum Teil aus ökologischer Landwirtschaft und aus der Region. Der Tourismus auf unserer Hütte führt zu lokalem Wohlstand und sicheren Arbeitsplätzen mit fairen Arbeitsbedingungen für die zum Teil einheimische Bevölkerung. Die Natur soll intakt und sauber bleiben. Touristische Ziele werden mit dem Umweltschutz in Einklang gebracht. Wenn sich die Menschen, die auf die Hütte kommen, wohlfühlen (Essen, Übernachtung, Aufenthaltsqualität, Stuben, Zimmer, Waschräume…) fahren bzw. fliegen sie dafür weniger oft weg. Mit dem Umbau wurden neben ökologischen Verbesserungen auch diese Wohlfühl-Aspekte gestärkt.

Bilder: Toni Putz, Martina Ofer, Franz Schon